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Studienfahrt

Ehrlich gesagt, fällt es mir doch recht schwer über Weimar zu berichten. Dummerweiße war ich ein riesengroßer Idiot und hab mir dadurch den ganzen Aufenthalt versaut.

In Anbedracht dessen, dass die Auswahl der Reiseziele einfach nur daneben gewesen ist (insbesondere wenn man sie mit denen vom Vorjahr und von diesem Jahr vergleicht*grummel*), konnte sich bei kaum jemanden eine Vorfreude entwickeln.
Als wir dann am ersten Abend ins Theater gingen (was übrigens einer der wenigen Programmpunkte gewesen ist, dass ich als interessant bezeichnet hätte), war die Enttäuschung doch ziemlich groß, als wir dann alle in einem kleinen Raum beieinander saßen und eine einzelne Person auf der Bühne stand, um von einem Zettel seinen Text abzulesen.
Keine Ahnung, ob die Enttäuschung darüber tatsächlich so groß war, dass wir, insbesondere ich, uns so sehr betranken. Keine Ahnung was genau mich dazu gebracht hatte, so viel zu trinken (und diesmal waren es nicht nur ein- zwei Biere). Auf ziemlich leeren Magen.
Alles in allem absolut dämlich, absolut peinlich, und lächerlich und demütigend für mich. Ich habe zwar währenddessen nichts gesagt oder getan, dass ich im Nachhinein bereue (dass ich kuschelbedürftig werde, sobald ich was getrunken habe, wusst ich vorher schon, von dem her sind die zahlreichen Fotos auf denen ich Laternenstangen umarme und küsse, nicht sonderlich verwunderlich), aber das ganze hatte natürlich zu Folge, dass ich, nachdem wir die vier Stockwerke der Jugendherberge (wie auch immer wir das geschafft hatten) hochgestiegen waren, ich sofort auf der Toilette erbrechen musste und zwar in solchen Mengen, dass ich immer noch nicht begreife, wie ich so viel Flüssigkeit (ja, unverwunderlicherweiße war es tatsächlich nur Flüssigkeit) in meinem Körper haben konnte. Ab dem Moment begann ich es zu bereuen, bereute, dass sich jetzt aufeinmal alles drehte, dass ich nicht einschlafen konnte, da es absoluter Horror war, die Augen zuschließen, das ich am nächsten Tag nicht am Tagesprogramm teilnehmen konnte, weil ich mich die ganze Zeit über überm Waschbecken erbrochen hatte (so viel Flüssigkeit, so viel..) und L. auch in der Jugendherberge geblieben ist, um auf mich aufzupassen.
Ich bin verdammt froh, dass die anwesenden Lehrer vorher schon zu meinen Lieblingslehrern zählten und jetzt natürlich erst recht, da sie sich rührend und fürsorglich um mich gekümmert hatten. Dass es mir jetzt aber so unangenehm ist, ihnen in die Augen zu gucken, weil sich deren Bild über mich in eine Richtung verändert hat, die mir nicht gefällt, für die ich selbst verantwortlich bin.
Dass ich dadurch auch die darauffolgen paar Tage immer noch nicht uneingeschränkt geniesen konnte, weil mein Magen so stark auf Nahrung reagierte (die ganzen verdammten fünf Tage!), bereue ich wirklich zutiefst.
Ich kann nicht ansatzweiße damit herumprahlen, wie das andere machen, wenn sie sich besoffen haben, ich kann nicht ansatzweiße lächelnd eine Story daraus machen, weil mich die Erinnerungen daran einfach nur anekeln. Die Erinnerungen an den nebligen Zustand, an den widerwärtigen Geschmack und Geruch von Alkohol, von erbrochenem Alkohol, von meinem kümmerlichen, bemitleidenswerten Anblick, den ich dort geboten haben musste, verursachen eine erneute Übelkeit. Sogar wenn mir jemand von seinen -Zitat- "Alkohol-Stories" erzählt.

Ich versuche jetzt wenigstens die wenigen positiven Aspekte zu sehen. Ich habe seit her keinen Schluck Bier, Sekt oder was auch immer getrunken und werde es nicht tun können.
Weil allein schon der Geruch die Erinnerungen und den Ekel erneut hervorrufen.
17.10.09 20:05
 


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